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Hinweise zur Import- und Exportabwicklung ab 1. Januar 2021 / Stand 20.01.21

Sehr geehrte Kunden,

hinsichtlich des am 01.01.2021 vollzogenen Brexits, bitten wir Sie, uns die unter folgendem Link als Download verfügbare Zollvollmacht ausgefüllt an: b.chwolka@heuel.com zurückzusenden. Dies stellt sicher, dass wir die ordnungsgemäße Verzollung Ihrer Waren in Ihrem Namen vornehmen können und dürfen. Durch den Austritt des Vereinigten Königreiches aus der EU ist es ab 01.01.2021 notwendig, für jede Sendung, die in das Vereinigte Königreich versandt wird, eine Ausfuhrerklärung (AE) zu erstellen. Diese benötigen wir auch bei Warenwerten unter 1.000 Euro.

Durch das geschlossene Handelsabkommen ist in vielen Bereichen, bei Nachweis des EU-Warenursprungs, Zollfreiheit gewährt worden. Die Höhe der Zölle für Drittlandsware richtet sich grundsätzlich nach dem GB-Zolltarif. Dieser orientiert sich in weiten Teilen am EU-Tarif, sieht aber Vereinfachungen und Begünstigungen vor.

Bitte beachten Sie, dass Ihr Unternehmen zwingend eine EORI-Nr. benötigt, um Ware in das Vereinigte Königreich zu senden.

Die Ausfuhrerklärung ist vor Verladung von Ihnen als Ausführer zu erstellen, und die Ware darf erst vom Ort der Verladung bzw. vom Sitz des Ausführers wegbewegt werden, wenn die Zollbeschau beendet ist und die AE vorliegt. Die Spedition Heuel handelt ausschließlich in direkter Vertretung (im Namen und für Rechnung eines Dritten, hier des Ausführers). Sollte sich in unserem Lager Ware befinden, für die keine AE erstellt wurde, müssen Sie entweder eine gültige AE vorlegen oder wir müssen die Ware  kostenpflichtig an Sie retournieren, ehe sie weiter verladen werden kann. Eine AE-Erstellung durch die Spediton Heuel ist in diesem Fall nur dann möglich, wenn sich die Ware zur Zollbeschau am Ort und Tag der Verladung am Sitz des Ausführers befindet.

Für Fragen stehen wir gerne zur Verfügung:

Boris Chwolka, Zollbevollmächtigter - Internationale Spedition
Tel: +49 (0) 2354 9191 - 234, E-Mail: b.chwolka@heuel.com

Der Sendung fügen Sie bitte folgende Dokumente bei (nicht an der Ware zu befestigen!):

1. Ausfuhrerklärung

2. Lieferschein

– Kontaktdaten des Importeurs und/oder Empfängers (sofern vorhanden)

3. Handelsrechnung mit Stempel und Unterschrift, welche folgende Punkte enthalten muss:

– EU-EORI-Nr. Ausführer (zwingend)
– GB-EORI Nr. Ausführer/Importeur (zwingend), insbesondere bei Versendung „DDP“ und Britischen Empfängern ohne EORI Nr. siehe (3)
– TSP (Vereinfachtes Übergangsverfahren) des Empfängers/Importeurs (sofern vorhanden)
– ZAZ / Zollaufschubskonto des Empfängers/Importeurs (sofern vorhanden, dringend empfohlen)
– Zolltarifnummern (ZTN) incl. deren Nettogewicht (zwingend). Bei mehreren ZTN ist (zwingend) eine Aufstellung mit den einzelnen ZTNs sowie deren Gewichte je ZTN netto beizufügen.
– Warenbeschreibung (zwingend)
– Ursprungsland für jede Zolltarifnummer (zwingend)
– Palettengesamtzahl sowie Gesamt-Netto- und Bruttogewicht (zwingend)
– Unternehmens-ID und USTID-Nr. des Empfängers in Großbritannien (zwingend)
– Verzollungsklausel/Incoterm (zwingend), unabhängig von der Incoterm (außer DDP) siehe (2):
    - (Incoterm) „Verzollt",Ausführer/Versender benötigt zwingend eine GB-EORI-Nr., da er als Importeur auftritt.
    - (Incoterm) „Unverzollt", Empfänger/Importeur benötigt zwingend eine GB-EORI-Nr.
– Evtl. anfallende Zölle werden vom Grundsatz her immer dem Empfänger/Importeur belastet.
– Zollagent des britischen Importeurs/Empfängers zwingend bei Komplettladungen oder großen Teilladungen
– Bei Musterware oder kostenloser Probe MUSS IMMER ein realistischer Warenwert angegeben werden. (zwingend)
– Ursprungssatz (US) in bekannter/geforderter Form ggf. mit Bewilligungsnr. „REX“ (wenn Präferenzieller Ursprung gegeben) siehe (1)

Ggf. weitere Unterlagen zum Präferenznachweis siehe (1)

Eine Verzollung mit der Frankatur EXW ist derzeit nicht darstellbar, diese muss DAP lauten.

DIE HANDELSRECHNUNG MUSS IMMER ZWINGEND AUF EIN UNTERNEHMEN MIT SITZ IM VEREINIGTEN KÖNIGREICH LAUTEN

(keine Unternehmen mit Sitz in Deutschland), sowie im Original vorliegen, zusammen mit der Ware (da ohne Originalrechnung bei evt. geschlossenen Handelsabkommen ggf. Zölle anfallen siehe (1)).

(1) Handelsabkommen / weitere Unterlagen

Die Europäische Union und das Vereinigte Königreich haben sich doch noch auf ein Handelsabkommen geeinigt, somit sollen keine Zölle erhoben werden. Damit die Ware Zollfrei oder Zollbegünstigt ausgeführt werden kann muss, sofern der präferenzielle Ursprung gegeben ist, auf die Handelsrechnung der bekannte Ursprungssatz in gewählter Form bis 6000€ Warenwert. Ab 6000€ Warenwert muss zusätzlich die REX Registrierungsnummer des Ausführers in den Ursprungssatz eingefügt werden. Eine EUR1 im Präferenzverkehr mit GB wird es NICHT geben!

(2) Incoterm „DDP“

Eine Versendung mit der Incoterm „DDP“ bedeutet vom Grundsatz her, dass der Ausführer für alle Kosten der Verzollung UND für die anfallende EUST aufkommt. Dieser Versand ist daher zwingend vorher mit uns abzustimmen und darf nicht als Standard-Sendungsanmeldung geschehen.

(3) GB/EU-EORI-Nr.

Sobald Sendungen „DDP“ versendet werden, benötigen Unternehmen die Ware in das Vereinigte Königreich ausführen eine britische EORI-Nummer. Wichtig ist, dass sowohl der Absender (Ausführer) als auch der Empfänger (Importeur) der Waren einen EORI benötigen. Wir empfehlen, sich so schnell wie möglich um eine EORI-Nummer zu kümmern. Entsprechende Anträge können in EN (https://www.gov.uk/eori) oder in EU (https://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Zoelle/EORI-Nummer/Beantragung-einer-EORI-Nummer/beantra-gung-einer-eori-nummer_node.html) gestellt werden.

(4) Versand Paletten:

Die verwendeten Paletten müssen der ISPM-15 Norm entsprechen und den jeweiligen Stempel aufweisen. Wird die Ware auf anderen Standardpaletten versendet, droht eine Abweisung der Einfuhr und somit eine kostenpflichtige Rücklieferung der Sendung.

Bitte beachten Sie, das die Wahl des Zolldeklaranten im Stückgut- und LTL-Bereich vom Grundsatz her immer dem Transportpartner obliegt. Eine fehlende Angabe der Punkte mit Vermerk (zwingend) kann eine Verzollung unmöglich machen, Zusatzkosten verursachen und bis hin zur Rücksendung der Ware an den Absender sowie zu erheblichen Laufzeitverzögerungen führen. Für Nordirland dagegen ändert sich nichts. Diese Lieferungen werden bis auf Weiteres weiterhin wie normale, innergemeinschaftliche Lieferungen behandelt. Sollte keine Verlängerung der Frist erfolgen, ist - unabhängig vom Ausgang der Verhandlungsgespräche - davon auszugehen, dassfür alle Waren, die ab Januar 2021 in das Vereinigte Königreich ein- bzw. aus dem Vereinigten Königreich ausgeführt werden, eine Zollbehandlung erforderlich sein wird. Während des Übergangszeitraums erfolgt dies im Rahmen eines nach Warengruppen abgestuften Prozesses.

Der untenstehende Link führt Sie zu der britischen Seite, die die erforderlichen Maßnahmen beschreibt:
Das Vereinigten Königreichs hat auch Einzelheiten über die Vorbereitung als Importeur und als Exporteur von/nach Großbritannien veröffentlicht, die über nachfolgende Seiten zu erreichen sind:
https://www.gov.uk/prepare-to-import-to-great-britain-from-january-2021
https://www.gov.uk/prepare-to-export-from-great-britain-from-january-2021

Weitere hilfreiche Informationen bietet die Seite der IHK:

DOWNLOADS:

Zollvertretungsvollmacht sowie eine Checkliste mit Hinweisen der Europäischen Union zum Thema Brexit und Unternehmen.



Brexit - Informationen zur Import- und Exportabwicklung ab 1. Januar 2021


Trotz des in letzter Minute abgeschlossenen Handels- und Kooperationsabkommens zwischen der EU und UK sind ab 1. Januar 2021 Zollförmlichkeiten wie beispielsweise die Abgabe von Zollanmeldungen und Sicherheitserklärungen zu erfüllen. Die ausgehandelte Zollfreiheit gilt nur für Ursprungswaren der EU und UK.

Nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs (UK), bestehend aus Großbritannien (GB) und Nordirland, aus der EU endet die Übergangsphase zum Jahresende 2020. Mit der Einigung vom 24. Dezember 2020 auf ein Handels- und Kooperationsabkommen haben die EU und UK in letzter Minute einen harten Brexit abgewendet. Jedoch kommt es dennoch ab 1. Januar 2021 zu großen Veränderungen, denn UK scheidet aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion aus und gilt künftig als Drittland. Eine Ausnahme gilt für Nordirland, für das im „Protokoll zu Irland / Nordirland“ zum Austrittsabkommen ein besonderer Status vereinbart wurde.
Der DSLV Bundesverband Spedition und Logistik weist nochmals darauf hin, dass trotz des Abkommens ab 1. Januar 2021 Zollformalitäten für Im- und Exporte zu beachten sind, die nachfolgend dargestellt werden:

Ergänzende Informationen ab 06.01.2021:


    •    Ausnahmeregelungen für Nordirland
Das Nordirland-Protokoll legt fest, dass Nordirland nach Ende der Übergangsphase Teil des britischen Zollgebiets bleibt, aber alle relevanten Binnenmarktregeln der EU in Nordirland Anwendung finden sowie der EU-Zollkodex angewandt wird. Dies bedeutet, dass Nordirland zwar zum Zollgebiet des Vereinigten Königreichs gehört, aber zollrechtlich so behandelt wird, als ob es zum Zollgebiet der Union gehören würde. Insofern wird nachfolgend zwischen UK und GB unterschieden. Die ISO-alpha2-Codierung (für elektronische Zollanmeldungen) ist für Nordirland XI. Das Vereinigte Königreich ohne Nordirland behält weiterhin GB. Die Kennung XU ist bei Zollanmeldungen nicht zulässig.

    •    Import-/Export-Zollabwicklung aus Sicht des Vereinigten Königreichs
Zum 1. Januar 2021 entsteht eine neue Zollgrenze zwischen GB und der EU. Der Unionszollkodex (UZK) wird im Vereinigten Königreich durch das neue britische Zollgesetz ersetzt.

UK hat im Oktober ein Dokument mit dem Titel „Die Grenze zur Europäischen Union - Import und Export von Waren“ (Border Operating Model) herausgegeben. Darin sind die Anforderungen aufgeführt, die beim Import aus der EU nach GB und beim Export aus GB in die EU zu beachten sind und wie die zukünftigen Grenzkontrollen stattfinden werden.

Die Anforderungen in den einzelnen nach Implementierungsdatum gegliederten Kapitel beinhalten jeweils Kernelemente, die für alle Waren gültig sind und spezifische Anforderungen, getrennt nach Warenarten. Sie gelten nur für Einfuhren aus der EU.

3-Stufenplan des Vereinigten Königreichs für Importe nach GB:

Ab Januar 2021:

    •    Vorabanmeldungen (Summarische Eingangsanmeldungen/Safety and Security declarations) entfallen für einen Zeitraum von sechs Monaten für alle Waren.
    •    Für die meisten Waren können vollständige Einfuhranmeldungen nachträglich in einem Zeitraum von bis zu sechs Monaten eingereicht werden.
    •    Falls Zölle gezahlt werden müssen, gibt es die Möglichkeit zum Zahlungsaufschub. Die Zahlung wird zum Zeitpunkt fällig, an dem die vollständige Einfuhranmeldung abgegeben wird.
    •    Für genehmigungs- bzw. überwachungspflichtige Güter ist eine vollständige Einfuhranmeldung zum Zeitpunkt der Einfuhr notwendig. Hierzu zählen beispielsweise Tabak, Alkohol oder giftige Chemikalien. Für diese Produkte gelten bereits ab 1. Januar 2021 die Einfuhrvorschriften für Waren aus Drittländern.
    •    Für lebende Tiere sowie Pflanzen und Pflanzenprodukte mit hohem Risiko sind Voranmeldungen und Gesundheitsnachweise erforderlich. Zwar sind Dokumentenkontrollen vorgesehen, diese erfolgen jedoch nicht vor Ort bei der Einfuhr. Physische Kontrollen für Waren mit hohem Risiko finden am Bestimmungsort der Ware oder an einem anderen zugelassenen Empfangsort statt.

Ab April 2021:
    •    Für alle Waren mit tierischem Ursprung, wie beispielsweise Fleisch, Honig oder Milchprodukte, sowie für alle Pflanzen und Pflanzenprodukte sind Voranmeldungen und Gesundheitsnachweise erforderlich.

Ab Juli 2021:
    •    Ab diesem Zeitpunkt gibt es keine Vereinfachungen mehr. Vollständige Einfuhranmeldungen sind zum Zeitpunkt der Einfuhr abzugeben.
    •    Vorabanmeldungen (summarische Eingangsanmeldungen/Safety and Security Declarations) werden für alle Einfuhren verpflichtend.
    •    Physische Kontrollen und Probenentnahmen von SPS-Waren werden verstärkt durchgeführt. Die Kontrollen finden an britischen Grenzkontrollstellen statt. UK hat wiederholt darauf hingewiesen, dass bereits ab dem 1. Januar 2021 alle Holzverpackungen aus der EU nach GB kommend, die Anforderungen des ISPM 15 erfüllen müssen. UK hat zudem die eigenen Exporteure darauf hingewiesen, dass auch für den Export aus GB in die EU der ISPM 15 ab 1. Januar 2021 einzuhalten ist.

Import-/Export-Zollabwicklung aus Sicht der EU
Die EU lehnt Erleichterungen für die Einfuhr von Waren aus UK ab dem 1. Januar 2021 ab und weist darauf hin, dass ab dem 1. Januar 2021 schrittweise alle nach GB exportierten Waren einer Grenzkontrolle unterliegen. Die EU-Kommission hat hierzu am 9. Juli 2020 ein Dokument veröffentlicht mit dem Titel: Bereit für Veränderungen - Mitteilung zur Vorbereitung auf das Ende des Übergangszeitraums zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich
Allgemeine Hinweise:
Wirtschaftsbeteiligte müssen sich grundsätzlich bei den Zollbehörden registrieren, es wird auf Antrag eine EORI-Nr. erteilt. Diese kann bei der Generalzolldirektion - Dienstort Dresden - Stammdatenmanagement (GZD - DO Dresden - Stammdatenmanagement) beantragt werden. Informationen hierzu sind auf der Website der Zollverwaltung abrufbar.

    •    Zollanmelder müssen in der Regel in der EU ansässig sein.
    •    Bei Warentransporten von GB nach Deutschland handelt es sich künftig um eine zollrechtliche Einfuhr in die EU, bei der eine Summarische Eingangsanmeldung sowie eine Zollanmeldung zur Überführung von Waren in den freien Verkehr in elektronischer Form abgegeben werden müssen; für Lieferungen von Unionswaren nach GB sind Summarische Ausgangsanmeldungen sowie elektronische Ausfuhranmeldungen erforderlich. Hierzu bedarf es sowohl einer zertifizierten Zollsoftware als auch fundierter Kenntnisse des Zoll- und Außenwirtschaftsrechts.
    •    Die Zollverwaltung bietet die Möglichkeit, Summarische Eingangs- und Ausgangsanmeldungen und Zollanmeldungen zur Überführung von Waren in den zollrechtlich freien Verkehr, in das Versandverfahren sowie in das Ausfuhrverfahren über das Internet zu erstellen. Weitere Informationen über die Zoll-Internetanwendungen sind auf der Website der Bundesfinanzverwaltung abrufbar.
    •    Die Zollabwicklung kann von Dienstleistern übernommen werden. Der DSLV weist darauf hin, dass zahlreiche deutsche, EU-weit agierende Zollspediteure und Zollagenten über Anbindungen an die Softwaresysteme anderer EU-Mitgliedstaaten, beispielsweise den Niederlanden oder UK, verfügen, so dass sie auch bei Importen/Exporten über andere EU-Staaten in der Lage sind, Summarische Ein- und Ausgangsanmeldungen abzugeben.
 
Zollsätze und Kontingente
Das Handels- und Kooperationsabkommen sieht Nullzollsätze und Nullkontingente für alle Waren mit Ursprung in UK und der EU vor, die den entsprechenden (sehr komplexen) Ursprungsregeln genügen. Zollfrei sind also nur Waren, die entweder in UK oder in der EU hergestellt wurden. Entscheidend für die Ursprungsbestimmung ist der prozentualen Anteil des UK- oder EU-Anteils.